Warum Durchhalten keine Tugend ist
- Claudia Weißenborn
- 29. Apr.
- 1 Min. Lesezeit

Durchhalten gilt als Stärke. Wer nicht aufgibt, wird bewundert. Wer weitermacht, obwohl nichts mehr geht, bekommt Respekt. Aber was, wenn genau dieses Durchhalten das Problem ist – und nicht die Lösung?
Durchhalten ist keine Tugend. Es ist oft nur ein anderes Wort für Wegsehen.
Die Lüge vom starken Durchhalter
Von klein auf lernen wir: Wer aufhört, hat verloren. Wer klagt, ist schwach. Diese Überzeugungen sitzen so tief, dass die meisten Menschen gar nicht mehr merken, wie sehr sie sich selbst dabei schaden.
Durchhalten klingt nach Kraft. In Wirklichkeit ist es oft Angst. Angst vor dem Urteil anderer. Angst, dass alles auseinanderfällt, wenn man auch nur kurz loslässt.
Was der Körper längst weiß
Der Körper lügt nicht. Schlafprobleme. Verspannungen. Reizbarkeit. Das Gefühl, morgens schon müde aufzuwachen. Die meisten denken: Ich muss nur noch etwas durchhalten, dann wird es besser. Aber besser wird es nicht. Es wird nur lauter.
Der Körper ist kein Feind. Er ist der ehrlichste Freund, den du hast.
Innehalten ist kein Aufgeben
Hier liegt das größte Missverständnis: Innehalten bedeutet nicht aufgeben.
Wer innehält, schaut hin. Wer aufgibt, schaut weg.
Innehalten heißt: Ich nehme wahr, was gerade ist. Ich frage mich, ob das, was ich tue, noch stimmt. Das ist nicht schwach. Das ist der Anfang von allem.
Finale Gedanken
Durchhalten hat seinen Platz. Aber es sollte eine bewusste Entscheidung sein – kein Reflex, keine Angst.
Die mutigste Frage ist nicht: Wie halte ich das noch durch?
Sondern: Will ich das überhaupt noch?
Du hast immer die Wahl. Auch wenn es gerade nicht so aussieht.
Claudia Weißenborn ist Keynote-Speakerin und Coach aus Kassel. Wenn du mehr erfahren möchtest: www.claudiaweissenborn.de


Kommentare