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Warum fällt es mir so schwer, Entscheidungen zu treffen?

9. Okt.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 10. Okt.


Kopf und Herz auf der Waage

Weil du nicht vor der Entscheidung Angst hast, sondern vor der falschen. Und weil du glaubst, eine falsche Wahl sei schlimmer als gar keine. Das stimmt nicht. Nicht entscheiden ist selbst eine Entscheidung, nur eine, die dir keiner anrechnet, am wenigsten du selbst. Hier zeige ich dir, woher die Angst kommt, warum sie dich mehr kostet als jeder Fehler und wie du wieder anfängst, Entscheidungen zu treffen.

Key Takeaways

  • Die Angst vor der falschen Wahl hält dich oft stärker fest als die Entscheidung selbst.

  • Eine offene Entscheidung arbeitet im Hintergrund weiter und kostet Energie, wie eine App, die den Handy-Akku leert.

  • Eine falsche Wahl kannst du meistens korrigieren. Eine Wahl, die du nie triffst, lässt dich nichts lernen.

  • Du musst nicht alles entscheiden, sondern nur das, was in deiner Hand liegt.


Ich nehme das Gleiche: Wo es anfängt

Stell dir ein Restaurant vor. Der Kellner war schon dreimal da, deine Freundin hat längst bestellt, und du liest zum fünften Mal die Karte. Pasta mit Pilzen oder Flammkuchen? Am Ende sagst du: „Ich nehme das Gleiche." Und isst etwas, das du eigentlich gar nicht wolltest.

Im Restaurant ist das harmlos. Das Muster dahinter ist es nicht. Dieselbe Frau, die sich nicht zwischen Pasta und Flammkuchen entscheiden kann, zögert auch bei der Frage, ob sie den Job wechselt, ob sie ein schwieriges Gespräch führt oder ob sie in einer Beziehung bleibt. Sie sammelt Argumente, fragt Freundinnen um Rat und schläft eine Nacht drüber, dann noch eine.

In einer Umfrage unter meinen Kundinnen haben viele geschrieben, dass ihnen Klarheit fehlt, dass sie zweifeln und dass Perfektionismus sie bremst. Sie wünschen sich vor allem mehr innere Ruhe und die Fähigkeit, klare Entscheidungen zu treffen, ohne ewig im Kopf zu kreisen.

Woher die Angst vor der falschen Wahl kommt

Die wenigsten von uns haben je gelernt, wie man Entscheidungen trifft. In der Schule gab es meistens genau eine richtige Antwort, und alles andere war falsch, rot angestrichen, mit Punktabzug. Wer so aufwächst, hört irgendwann auf zu fragen, was er selbst will, und fragt nur noch, was richtig ist. Dazu kommt der Perfektionismus: Wer alles richtig machen will, entscheidet sich nur für die Variante, die garantiert funktioniert. Die gibt es im echten Leben fast nie. Also wartet man.

Ich habe selbst gewartet. Vor zehn Jahren saß ich in einer Lebensphase, in der alles auf einmal kam, und hoffte, dass mir jemand sagt, was jetzt richtig ist. Es kam niemand. Den Mann mit dem weißen Bart, der von oben herab verteilt, wer Glück hat und wer nicht, gibt es nämlich nicht. Das war unbequem, aber auch befreiend, denn es hieß: Wenn niemand kommt, dann liegt es bei mir.

Nicht entscheiden ist auch eine Entscheidung

Das ist der Gedanke, den ich in meinen Vorträgen am häufigsten wiederhole, weil er so schwer zu glauben ist. Wer wartet, hat nicht „noch nichts entschieden". Wer wartet, hat entschieden, dass alles bleibt, wie es ist.

Stell es dir wie eine App im Hintergrund deines Handys vor. Du siehst sie nicht, aber sie zieht Stunde um Stunde Akku, während du glaubst, es sei alles im Ruhemodus. Genauso frisst eine offene Entscheidung deine Energie. Sie meldet sich beim Duschen, beim Einschlafen und mitten in einem Gespräch, das gar nichts damit zu tun hat.

Der Unterschied zwischen einer falschen und einer nicht getroffenen Entscheidung ist das Lernen. Wenn du dich für den Flammkuchen entscheidest und er schmeckt dir nicht, weißt du beim nächsten Mal mehr. Wenn du dich gar nicht entscheidest, bleibt alles beim Alten.

So fängst du an

Du musst dafür nicht dein Leben umbauen. Such dir eine einzige Entscheidung, die seit Wochen bei dir liegt, und frag dich: Was ist das Schlimmste, was passieren kann? Schreib die Antwort auf. Oft ist das Schlimmste weit weniger schlimm als das Kopfkino. Prüf dann, ob du die Entscheidung später korrigieren könntest, denn meistens kannst du das. Setz dir ein Datum, damit aus Abwägen kein Abwarten wird, und mach den ersten kleinen Schritt: Schick die Mail, sag den Termin zu, bestell das Essen. Wer in Bewegung kommt, sortiert unterwegs.

Ich nenne das gern „Aufwachen, Wählen, Handeln". Erst merkst du, dass du in einem Muster steckst. Dann entscheidest du dich bewusst. Und dann tust du etwas, auch wenn es klein ist. Das ist Selbstführung im besten Sinn: nicht alles im Griff haben, sondern handlungsfähig bleiben.

Entscheidungen im Arbeitsalltag: Selbstführung und Resilienz

Was für uns privat gilt, gilt für Teams und Führungskräfte genauso. In Unternehmen sehe ich dieselben Muster: Entscheidungen werden vertagt, Verantwortung wird geschoben, und am Ende entscheidet die Dringlichkeit statt der Haltung. Das erzeugt Druck, und dauerhafter Druck macht krank.

Deshalb spreche ich als Keynote Speakerin und Business & Life Coach (IHK) in Vorträgen, Workshops und auf Gesundheitstagen darüber, wie Menschen Eigenverantwortung übernehmen, Stress besser einordnen und handlungsfähig bleiben. Das ist die Basis für Resilienz und Stressprävention im Betrieb. Wenn du für dein Team, deinen Verband oder dein Unternehmen in Kassel und Nordhessen eine Rednerin suchst, die keine fertigen Rezepte verteilt, sondern Impulse gibt, die hängen bleiben, melde dich gern bei mir.

Häufige Fragen zum Entscheidungen treffen

Warum fällt es mir so schwer, Entscheidungen zu treffen? Meistens steckt die Angst vor der falschen Wahl dahinter, oft zusammen mit Perfektionismus und dem Gefühl, dass andere es besser wissen. Wer nie gelernt hat, selbst zu wählen, traut seinem eigenen Urteil nicht.

Wie treffe ich eine Entscheidung, wenn ich keine Klarheit habe? Du musst nicht erst Klarheit haben, um zu entscheiden. Oft kommt sie durch den ersten Schritt. Wähle eine kleine Handlung, die sich korrigieren lässt, und schau, was sie in dir bewegt.

Kann man Entscheidungen lernen? Ja. Entscheiden ist keine Charaktereigenschaft, sondern eine Gewohnheit. Je öfter du kleine Entscheidungen bewusst triffst, desto leichter werden die großen.

Finale Gedanken

Zurück zur Speisekarte. Beim nächsten Mal bestellst du als Erste am Tisch. Vielleicht ist es die falsche Pasta. Dann hast du etwas gegessen, das du selbst ausgesucht hast, und weißt nächstes Mal mehr über dich. Das ist weniger Drama, als es sich anfühlt, und viel mehr Freiheit, als du gerade denkst.

Du musst nicht alles richtig machen. Du musst nur wieder anfangen zu wählen. Denn du hast immer die Wahl, auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt.

Dein nächster Schritt

Wenn du klein anfangen willst: Hol dir mein kostenloses Freebie „7 Tage Dankbarkeit". Es zeigt dir in wenigen Minuten pro Tag, wo du längst gewählt hast, ohne es zu merken.



Wenn du mit mir arbeiten möchtest: Im Einzel-Coaching, in meinen Workshops oder als Keynote für dein Team. Schreiben Sie mir für ein kostenloses Erstgespräch

 
 
 

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